„Ich würde euch gern auf dem Schiff besuchen“, sagte neulich ein Freund, mit dem wir am Wochenende telefonierten. „Wo seid ihr denn gerade?“
Ich antwortete korrekt mit „Auf Gozo. In der Dwejra Bay.“, und erntete ein „Ach ja.“
Die Dwejra Bucht liegt hinter einem mächtigen Felsen am westlichen Ende der westlichsten maltesichen Inseln. Sie ist kreisrund in den Fels geschnitten, der unser Boot um das fünffache überragt. Es gibt keinen offiziellen Zugang zu ihr. Wenn man hier über Nacht ankert, ist man mit den Fischen und den Vögeln, die in ganzen Kolonien in den Felsspalten nisten, allein. So kristallklar und sauber wie das Wasser ist auch der Nachthimmel. Frei von jeder Lichtverschmutzung. Lange nicht mehr habe ich die Mondsichel so klar zwischen Venus und Jupiter treten sehen wie hier.

„Und wie komme ich dahin?“, will der Freund wissen.
Ich sage, „Ganz einfach“, obwohl ich weiß, dass das die abenteuerlichste Anreise sein wird, die er jemals unternommen hat.
„Du fährst zum Frankfurter Flughafen und besteigst den Flieger nach Malta. Dort angekommen nimmst Du ein BOLT-Taxi in den Hafen und buchst eine Fähre nach Gozo. Die gehen alle halbe Stunde mit Highspeed und bringen Dich in vierzig Minuten ans Ziel. Dann nimmst Du wieder ein BOLT an den westlichen Zipfel der Insel. Dort ist eine kleine Lagune, wie ein natürlicher Pool. Sie ist durch eine Felsspalte, kaum breiter als ein kleines Gummiboot, mit dem Meer verbunden. Ich werde Dich dort an dem kleinen Steg abholen. Wir fahren durch den Felsspalt hindurch aufs Meer, danach eine Meile nach Süden und an einem großen Felsen vorbei, der wie ein Pilz aussieht. Dahinter liegt die Dream Chaser.“

Ich weiß nicht warum, aber er ist dann doch nicht gekommen. ​

Last Updated on 20. Juli 2026 by KMF

Website |  + posts

Segler, Autor

de_DEGerman