Die Insel, an deren schwefligen Hängen sich vor vielen Jahren ein junges Paar liebte und dadurch Liebesflucht beging. Fuitina. Zu lesen in der gleichnamigen Geschichte von Klaus Maria Fischer. 

Die Insel hat etwas eigenartig Verschlossenes. Sie bildet eine Welt für sich, ist schwer zugänglich, leicht morbide, dunkel. Der Sand am Stand ist rabenschwarz und unser Weg ins Dorf führt auf einem einfachen Pfad durch das Dickicht eines Waldes aus Schilf. Ein Schild weist den Weg als Escape Route aus und ich wundere mich. Als gäbe es hier jemals einen Tsunami. Bis ich begreife, dass sie hier nicht befürchten, vor eine Welle fliehen zu müssen, sondern vor der Lava. 

Man sieht kaum Autos, trifft nur wenig Menschen und sie heißen einen nicht unbedingt willkommen. Sie wirken diffus nach innen gerichtet. Als habe sich das Schweflig-Schwarze wie ein Schleier auf ihr Gemüt gelegt. 

Das Wetter ist unbeständig. Täglich wechseln sich lokale Gewitter und stürmische Böen mit regelrechten Windlöchern ab, in denen die Luft geradezu drückend stehen bleibt. Wieder einmal zeigt sich, dass es für Segler nur drei Winde gibt: Zuviel, zu wenig oder von vorn. Heute also unter Motor. Im großen Bogen Scylla und Charybdis umfahrend in Richtung Tropea. Ein bezauberndes Städtchen auf dem italienischen Fußrücken. Manche sagen, die schönste Stadt im Land. 

Last Updated on 23. September 2026 by KMF

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