Wir sitzen bei einem Becher Glühwein und genießen den frühen Untergang der Sonne hinter dem nur spärlich weißen Bergmassiv. Eine Nachricht kommt herein. Sie zeigt das Bild eines zerfetzten Bootshecks. Wie eine klaffende Wunde, die umgehend genäht werden muss, sieht das aus. Auf einem weiteren Foto ein Motorraum, der soweit unter Salzwasser steht, dass der Motorblock zur Hälfte darin verschwindet.
Sein Name ist Harry. Manche nennen ihn bereits Dirty Harry. Ein Tief, das Mitte Januar über Nordlibyen einen Trog ausgebildet hat und tagelang warme Luft über das Ionische Meer schaufelt, ein Sturm mit über hundert km/h, bis sich das Wasser so hoch auftürmt, dass leicht ein dreigeschossiges Haus davon überspült werden könnte. Oder eine Hafenmauer, samt der dahinter liegenden Boote. So etwas haben sie noch nicht erlebt, sagen die Einwohner von Riposto, auch die Alten nicht.
Wir brechen den Skiurlaub ab, packen um, fahren nach Hause und nehmen am nächsten Morgen den Flieger über Mailand.
Last Updated on 28. Januar 2026 by KMF
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