Wir bekommen im der Regel einen schönen Urlaub gewünscht, wenn wir uns zu Hause verabschieden. Vielleicht fehlt den Leuten der Begriff für eine vermeintlich erholsame Zeit der Abwesenheit, wenn länger über drei Wochen hinausgeht. Und wenn jemand sich für unser Leben auf dem Schiff interessiert, ist die Frage, die mitschwingt: Was macht ihr dann so den ganzen Tag?
Die naheliegende Antwort wäre: Segeln. Doch das würde nur zu weiteren Fragen führen.
Also, was machen wir die ganze Zeit?
Leben. Unter anderen Vorzeichen.
Und wie darf man sich das vorstellen, ein Leben im Nicht-Urlaub?
Ich greife ja gerne zu Bildern aus der Odyssee: Wir sind auf Ortigia, der Insel, auf der die Nymphe Calypso Odysseus sieben Jahre lang festsetzte, mit Schönheit und Liebreiz. Doch während der griechische Held seine Penelope hat zu Hause sitzen lassen, mit hundertzwanzig potentiellen und übergriffigen Ehenachfolgern am Hals und einem halbwüchsigen Sohn, ist meine Penelope mit an Bord. Man könnte also sagen, wir haben zu dritt einen Mordsspaß. Allerdings, sich täglich die Liebesstatt zu teilen, und sei es mit diesen zwei Göttinnen, ist auf Dauer für einen Mann meines Alters zu anstrengend. Und so abgeschieden wie vor zweitausend Jahren ist heute selbst die einsamste Bucht kaum noch  – wobei, in Dwejra Bay gab es tatsächlich keinen Internet-Empfang!


Wenn wir das alles ausklammern, haben wir in den letzten Tagen folgendes gemacht:
> Gedanken über ein Longevity- Konzept für ein Reisebüro
> Gestaltung zweier Plakate für den heimischen Tennisverein, samt Kommunikation über die sozialen Medien
> Überarbeitung der Hausordnung einer Wohngemeinschaft
> Social Media Pflege für HEIMSPIEL, das neue Restaurant in Obernhain                      > beim Finale der French Open mitfiebern
> Organisation der Reparatur einer Duschwand in einer Mietwohnung
> Antragsbearbeitung eines Förderkredites zur Installation einer PV-Anlage auf dem Dach unseres Hauses
> Eröffnung eines Bankkontos und Abschluss einer Geldanlage, jetzt, wo die Zinsen steigen
> Lektorat der Bachelorarbeit meines Sohnes, in der es um die Potenziale eines Mergers von zwei großen Logistikunternehmen geht
> Schreiben einer fünfseitigen Kurzgeschichte mit anschließendem versehentlichen Löschen…
Ich komme kaum dazu, meine Italienischkenntnisse und mein Gitarrenspiel zu pflegen. Schön, wenn wir im August ein paar Wochen Urlaub in Wehrheim machen. 😉

Last Updated on 25. June 2026 by KMF

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