by KMF | Sep6, 2026 | Odyssee |
Welcome to Tunisia. Ob Grenzpolizei, Hafenbüro, der Restaurantbesitzer oder der Straßenverkäufer. Alle begrüßen einen auf diese Art, und sie meinen es. Die Menschen hier sind auffallend freundlich und zugewandt.
Hell strahlen die schönen Plätze der Welt. Sidi Bou Said ist so ein Ort. An den Hügel nördlich von Tunis schmiegen sich weiße Häuser mit blauen Fenstern, umgeben vom üppigem Grün. Sie grenzen an die Mauern von Karthago, wo antike Säulenreste die Straße säumen, als stünden sie in Nachbars Garten. Vom Pool unseres Hotels aus überblicken wir Bucht und Hauptstadt. Wir sehen geradzu auf sie herab. Sidi Bou ist eine malerische Oase. Die Straßen sauber, die Häuser gepflegt, der Strom fällt nicht aus, auf dem Zimmer steht gekühltes Trinkwasser bereit. Malerisch, weil sich hier schon vor hundert Jahren Künstler trafen, um sich von exotischem Zauber inspirieren zu lassen. Macke, Klee, und auch der Reisende heutiger Tage spürt noch etwas von diesem Zauber. Er lieht für mich in den großen Holzportalen der Häuser, zweiflügelig, bunt, mit je einem schweren Metallring auf Brusthöhe. Sie repräsentieren das, was dahinter liegt, und verbergen es doch, ja beschützen es regelrecht. Man will eintreten, doch es wird einem nicht gewährt. Uns Touristen jedenfalls nicht. Was sich einem zeigt, sind indessen andere Dinge.
Nach vier Wochen Reiseunterbrechung kehren wir an Bord der Dream Chaser zurück. Sie liegt ruhig am Steg und wartet frisch gewaschen darauf, dass es bald wieder losgeht. Wir sind guter Dinge, freuen uns darauf, Tunesien noch ein wenig kennenzulernen, aber irgendetwas stimmt nicht. Wir merken es zuerst an unserer Batterieladung. Der 220V Landstrom funktioniert nicht, die Sicherung des Battery Chargers ist herausgesprungen. Ich befürchte schon ein Problem mit der Bordelektrik, bis ich erfahre, dass in den letzten Wochen in Tunesien regelmäßig Stromprobleme und -ausfälle über mehrere Stunden zu verzeichnen waren.
In einer lokalen Chatgruppe von Seglern beschwert sich eine australische Skipperin, dass es derzeit kein Wasser in Flaschen zu kaufen gebe. Ich kenne die Frau, sie ist schwierig und nicht unbedingt glaubwürdig, ich überprüfe aber sogleich unsere Wasservorräte. Wir haben noch vier große Flaschen. Außerdem könnten wir, wenn nötig, das Wasser aus unserem Brauchwassertank abkochen. Den Strom dazu kann unser Generator liefern oder der Gasherd. Gedanken, als wären wir in einer Art Überlebensmodus.
Gleichzeitig gestaltet sich unsere Reiseplanung entlang der tunesischen Küste problematisch. Sie ist von der Küstenwache stark bewacht, um Schmuggel und illegaler Migration nach Europa vorzubeugen. Das Ankern in Buchten ist zwar grundsätzlich nicht verboten, erfordert praktisch aber eine Genehmigung der Küstenwache, die sie nicht erteilt. Gleichzeitig sind alle Formalitäten aufwändig, vor allem, wenn man eine vom Zoll verplombte Drohne an Bord mitführt. Sie muss von einem offiziellen Port of Exit entplombt werden, von denen es nur wenige gibt. Unser Wunschhafen für diese Prozedur ist Sidi Bou Said. Die Einfahrt des kleinen Hafens ist allerdings verschlammt, die aktuelle Wassertiefe unbekannt. Ein regelmäßiges Ausbaggern findet nicht statt, so dass wir nach Abwägung aller Umstände beschließen, die Gegend von Land aus zu erkunden und Tunesien Ende der Woche von Hammamet aus zurück nach Pantelleria zu verlassen.
Am kühlen Pool lässt sich entspannt durch die Nachrichten der Welt surfen, Al Jazeera, NZZ, Tagesschau. Gestern war der deutsche Außenminister zu Besuch in Tunis. Wir hätten ihm über den Weg laufen können. Es ging um dringende Themen der Wirtschaft und Sicherheit, heißt es, und so zeichnet sich langsam das Bild ab, das die Vorgänge um uns herum erklärt.
Das Land ist zwar stabiler als seine Nachbarn, mit denen es Konflikte entlang der Grenzen austrägt, aber wirtschaftlich und politisch im Abschwung. Der einträgliche Tourismus ist mit Covid um mehr als die Hälfte eingebrochen und kehrt nur langsam wieder zurück. In der Zwischenzeit verrotten die Ferienanlagen. Darüber hinaus macht den Tunesiern die Hitze zu schaffen, die in diesem Sommer mehrfach an 50° heranreicht. Der Strombedarf ist dadurch gestiegen, und ich lerne überrascht, dass das Land bislang kaum auf Photovoltaik setzt. Seit einiger Zeit ist der Bedarf an Strom so hoch, dass er rationiert werden muss. Täglich, über mehrere Stunden. Dadurch geht unter anderem die Wasserproduktion zurück, Trinkwasser wird knapp. Auch Krankenhäuser und Apotheken sind beeinträchtigt. Die Menschen gehen aus Protest auf die Straße.
Der Präsident der einstmals ersten islamischen Demokratie geht repressiv gegen seine Bevölkerung vor. Die Behörden haben die Sicherheitskräfte im Land verstärkt. An den Zugängen der Touristengebiete wurden Straßensperren verstärkt. Auch in Hammamet. Wir haben sie mehrfach passiert. Dem autokratischen System gelingt es bislang nicht, die Probleme in den Griff zu bekommen. Was die eigene Bevölkerung langsam auf die Barrikaden bringt. Und womöglich auf die Idee, nach Italien auszureisen. Nach Pantelleria sind es von Kelibia aus nur vierzig Meilen. Davor fürchten sich alle. Der Präsident und Europa.
Welcome to Tunisia. Man wird auf der Straße gegrüßt, die Leute sind hilfsbereit und lassen sich auf Gespräche ein, auch über die Lage im Land, die sie irgendwie von ihrer persönlichen Lage unterscheiden. Sie sprechen französisch, englisch und deutsch. Ein Land voller Überraschungen, vor allem im.Kontrast zu Sizilen.
Gestern erkundeten wir die Medina von Tunis. Das Taxi, das uns abholte, bat uns zum Einsteigen in eine Seitenstraße neben dem Hauptzugang, der unter Polizeischutz steht. Angeblich, werden Taxifahrer willkürlich gegängelt und Schutzgelder verlangt. Auf dem Rückweg nach Sidi Bou Said waren wir auf Schleichwegen unterwegs und mich beschlich das Gefühl, dass sich nicht genau sagen lässt, wer mehr Dreck am Stecken hat. Das Schleichen macht etwas mit einem. Und wenn es nur ein ungutes Gefühl ist. Es ist mir ganz recht, das Land auf direktem Wege wieder zu verlassen.
Zur Vorbereitung unserer Abreise verlassen wir unseren Liegeplatz und fahren zur Tankstelle am Hafeneingang in Hammamet. Kaum angelegt haben wir drei Leute um uns. Einen Marinero, den Engländer, der unser Boot betreut hat und dem wir noch Geld schulden, und einen Mann, den ich nicht zuordnen kann, weil er in zivil ist. Er steht nur herum und beobachtet, was vor sich geht. Ich kann mich täuschen, aber wir haben beide den gleichen Eindruck. Man passt auf uns auf. Und darauf, dass wir nicht einfach verschwinden. Wie nie zuvor in meinem Leben wird mir klar, dass Sicherheit und Freiheit sich gegenseitig ausschließen.
Wir wollen morgens um vier Uhr ablegen, begleichen am Abend unsere Hafenrechnung und melden uns vorab bei der Grenzpolizei und dem Zoll.
No problem, Captain. We are here day and night. Und tatsächlich. Die Nachschicht stempelt uns aus, der Zoll macht noch eine kurze Schiffsbegehung und dann wünschen Sie uns eine gute Reise.
Au revoir Tunisie 🇹🇳
by KMF | Jul18, 2026 | Odyssee
Diese Woche startet der neue Blockbuster The Odyssey in den Kinos. Der Stoff ist vielverfilmt, seit der bärtige Kirk Douglas sich vor mehr als siebzig Jahren an den Mast hat binden lassen, um den Gesang der Sirenen zu hören.
Das aktuelle Werk ist der meisterwartete Fim des Jahres, so hört man, auch diesmal mit höchstem Aufwand gedreht.
Wenn man Drehorte in die Suchmaschine eingibt, sind die ersten fünf Lösungen Angebote für Reisen zu diesen Orten. Filmtourismus nennt man das. Es ist ein Markt, und wenn es gut läuft, entsteht eine Reisehysterie zu den schönsten Drehorten, die angesichts der historischen Filmvorlage dazu neigt, diese mit irgendwelchen Originalschauplätzen zu verwechseln, soweit es diese überhaupt gibt. Ideal für die Legendenbildung. Was die Odyssee selbst, die Geschichte der späten Heimkehr und die Abgründe ihrer Helden angeht, eine Katastrophe. Ich stelle mir das so vor, wenn wir wieder zu Hause sind:
Man trifft jemand, etwa die Nachbarin auf der Straße, beim Einkaufen oder im Club und kommt locker ins Gespräch, vielleicht wegen der dunklen Farbe, die die Haut unterwegs angenommen hat.
„Ach, Ihr wart auf der Odyssey?“ Und der Begriff endet in Gedanken neuerdings mit einem ‚y‘.
„Des war ja ein toller Film, gell. Und mir habe des für nächstes Jahr gleich gebucht.“
Ich werde etwas dämlich dreinschauen, weil ich nicht gleich verstehe, wie man einen Film mit historischer Vorlage buchen kann.
„Jaja, zwei Wochen ab Catania, alles inklusive, für nur dreitausend Euro. Mit einer Palastführung von dem Sohn von dem Odüsseus, (der Name kommt mir plötzlich vor, als hätte sich ein ü hinein verloren) dem Tom Holland.“
Ich werde dann noch verwirrter sein, weil ich nicht weiß, wer dieser Tom sein soll, aber auch das wird die Nachbarin mir anmerken.
„Des ist ja ein ganz sypathischer junger Mann.“
Ich werde zustimmend nicken.
„Mir haben ja bis vor kurzem gar ned gewusst, dass der Odüsseus auf der Insel Favignana war.“
Ja, das habe ich auch nicht gewusst. Das hat eigentlich niemand gewusst.
by KMF | Jun29, 2026 | Odyssee
Wer kennt schon Favignana. Die ägadische Insel westlich von Sizilien. Man würde sie mit dem Fahrrad in zwei Stunden umrunden, wenn es eine Küstenstraße gäbe. Die Haupstadt gleichen Namens ist kleiner als Wehrheim, die Küste vorwiegend zerklüftet. Favignana ist bis auf eine kleine Bergkette, die die Insel von Nord nach Süd teilt, flach und kaum mit Highlights gesegnet. Früher gab es hier viele Ziegen, weshalb sie mitunter mit Odysseus in Verbindung gebracht wird. Der unaufgeregte Tourismus lebt von einzelnen Badebuchten mit türkisklares Wasser und ein paar Höhlen, bei denen sich gut tauchen lässt. Tagesausflügler fluten die Strände am Wochenende und sind am Abend so schnell wieder weg, wie sie am Morgen gekommen sind.
Favignana war einst industriell. Eine Hochburg des Thunfischfangs seit Ende des 19. Jahrhunderts und V. Florio brachte das Geschäft zum Erblühen, als er das Dampfgarverfahren zur Konservierung von Thunfisch ersann. Bis 1977 ging das so.
Das zweite Standbein der Insel, kaum dokumentiert, war der Abbau von Tuffstein. Im Osten der Insel ist eine ganze Landschaft aus eckig angelegten Löchern im Fels entstanden, als Steinmetze über Jahrzehnte viereckige Quader daraus gehauen haben wie Obelix Hinkelsteine, noch bis Ende der 1960er.
Ich habe die Steinbrüche mit ihren Treppen, Mauern und Fundamenten zunächst für antike Ausgrabungen gehalten, bis ich sah, dass Leben in ihnen ist.
Nach Stillegung der Steinbrüche entstanden darin botanische Gärten.
Und ein ganzes Hotel. Die Rezeption auf Ebene -3. Man speist bei angenehm kühlen Temperaturen auf der Terrasse.
Leider ging es mit der Insel im letzten Jahrhundert steil bergab, als immer mehr Strafgefangene auf die Insel gebracht und dort regelrecht sich selbst überlassen wurden. Sie vegetierten neben den Inselbewohnern vor sich hin und es ist nur schwer vorstellbar, wie das auf einer kleinen Insel funktioniert haben soll. Im Krieg schließlich wurde die Insel als militärischer Außenposten von Trapani von den Alliierten zerbombt.
Am Ende weiß man wenig davon, wie das mit dem Thunfisch, den Steinbrüchen und den Strafgefangenen alles zusammenhing und es sieht fast so aus, als wolle man das auch gar nicht so genau wissen.
by KMF | Jun27, 2026 | Bootsthemen, Odyssee
Schon vor Sardinien haben wir gelernt, dass die Italiener mit dem Boot nicht im größtmöglichen Abstand zwischen zwei anderen Booten hindurchfahren, sondern so dicht wie möglich an einem der beiden Boote vorbei, um dir auf den Tisch zu schauen und freundlich zu grüßen.
Mache Yachten errichten deshalb durch eine besonders lange Dinghyleine mit Minibojen eine Schutzzone, um einigermaßen Ruhe zu haben.
Letzte Woche ankerten wir allein in einer einsamen Bucht. Irgendwann kam ein Ausflugsboot mit einer sechsköpfigen Familie darauf, machte auf ihrem Weg einen Schlenker, und glitt langdam mit nur 2m Abstand an unserem Heck vorbei. Mehrere Hände gingen zum Gruß nach oben, als das Boot uns passierte, bevor der Mann am Steuer den Hebel wieder nach vorne legte, und seine Fahrt zügig fortsetzte.
Neulich waren wir zum Essen aus. Meist sind wir um 19 Uhr die ersten Gäste in den Restuarants. Italiener essen nicht vor neun. Nach einer Weile kam ein Pärchen in das große Restaurant mit bestilmmt vierzig Tischen. Und was tatsen sie? Sie gingen zielstrebig auf uns zu, setzten sich an den Tisch, der unserem am nächsten stand und grüßten. Es machte den Eindruck, als würden sie uns als nächstes fragen, ob wir unsere Tische zusammenschieben wollen!
Und nur drei Tage später legten sich drei Touristenboot in einer Bucht direkt um uns herum. Einer mir losem Anker, bis auf einen Meter an unserer Bordwand. Die meisten dieser Bootsfahrer haben keine seemännische Ausbildung und lassen einfach ihren Anker plumpsen, statt ihn mit einigen Metern Kette kräftig in den Sand einzufahren. Mit dem Ergebnis, dass sie im Wind übers Wasser treiben wie ein loses Feigenblatt, das ihre Unschuld entblößt.
Blöd für den Schwimmer, der Mühe hat, wieder an Bord zu kommen
Blöd auch für die Yacht, die fest vor Anker liegt.
„Hey Ragazzi, please, your anchor is drifting“ ruf ich dem Steuermann zu, der seine acht Touristen gerade mit Hochprozentigem versorgt, und bekomme zur Antwort „No problem, it’s a rubber boat.“
Ein Gummiboot mit Aluboden, Ankerkasten und Befestigungsring am Bug allerdings und es dauert keine fünf Minuten, da knallt der Stronzo bei einer Welle mit seinem Bug gegen unser frisch repariertes Heck! KLONK. Die Köpfe der Partymeute gehen in Richtung unseres Bootes. Ich springe auf und beginne zu fluchen. Doch der Kerl winkt ab. Er könne das gar nicht gewesen sein. My boat is all rubber!, ruft er mir zu, schmeisst seine 300PS an und macht sich aus dem Staub.
by KMF | Jun25, 2026 | Odyssee
Wir bekommen im der Regel einen schönen Urlaub gewünscht, wenn wir uns zu Hause verabschieden. Vielleicht fehlt den Leuten der Begriff für eine vermeintlich erholsame Zeit der Abwesenheit, wenn länger über drei Wochen hinausgeht. Und wenn jemand sich für unser Leben auf dem Schiff interessiert, ist die Frage, die mitschwingt: Was macht ihr dann so den ganzen Tag?
Die naheliegende Antwort wäre: Segeln. Doch das würde nur zu weiteren Fragen führen.
Also, was machen wir die ganze Zeit?
Leben. Unter anderen Vorzeichen.
Und wie darf man sich das vorstellen, ein Leben im Nicht-Urlaub?
Ich greife ja gerne zu Bildern aus der Odyssee: Wir sind auf Ortigia, der Insel, auf der die Nymphe Calypso Odysseus sieben Jahre lang festsetzte, mit Schönheit und Liebreiz. Doch während der griechische Held seine Penelope hat zu Hause sitzen lassen, mit hundertzwanzig potentiellen und übergriffigen Ehenachfolgern am Hals und einem halbwüchsigen Sohn, ist meine Penelope mit an Bord. Man könnte also sagen, wir haben zu dritt einen Mordsspaß. Allerdings, sich täglich die Liebesstatt zu teilen, und sei es mit diesen zwei Göttinnen, ist auf Dauer für einen Mann meines Alters zu anstrengend. Und so abgeschieden wie vor zweitausend Jahren ist heute selbst die einsamste Bucht kaum noch – wobei, in Dwejra Bay gab es tatsächlich keinen Internet-Empfang!
Wenn wir das alles ausklammern, haben wir in den letzten Tagen folgendes gemacht:
> Gedanken über ein Longevity- Konzept für ein Reisebüro
> Gestaltung zweier Plakate für den heimischen Tennisverein, samt Kommunikation über die sozialen Medien
> Überarbeitung der Hausordnung einer Wohngemeinschaft
> Social Media Pflege für HEIMSPIEL, das neue Restaurant in Obernhain > beim Finale der French Open mitfiebern
> Organisation der Reparatur einer Duschwand in einer Mietwohnung
> Antragsbearbeitung eines Förderkredites zur Installation einer PV-Anlage auf dem Dach unseres Hauses
> Eröffnung eines Bankkontos und Abschluss einer Geldanlage, jetzt, wo die Zinsen steigen
> Lektorat der Bachelorarbeit meines Sohnes, in der es um die Potenziale eines Mergers von zwei großen Logistikunternehmen geht
> Schreiben einer fünfseitigen Kurzgeschichte mit anschließendem versehentlichen Löschen…
Ich komme kaum dazu, meine Italienischkenntnisse und mein Gitarrenspiel zu pflegen. Schön, wenn wir im August ein paar Wochen Urlaub in Wehrheim machen. 😉
by KMF | Jun17, 2026 | Sailing together, Odyssee
„Ich würde euch gern auf dem Schiff besuchen“, sagte neulich ein Freund, mit dem wir am Wochenende telefonierten. „Wo seid ihr denn gerade?“
Ich antwortete korrekt mit „Auf Gozo. In der Dwejra Bay.“, und erntete ein „Ach ja.“
Die Dwejra Bucht liegt hinter einem mächtigen Felsen am westlichen Ende der westlichsten maltesichen Inseln. Sie ist kreisrund in den Fels geschnitten, der unser Boot um das fünffache überragt. Es gibt keinen offiziellen Zugang zu ihr. Wenn man hier über Nacht ankert, ist man mit den Fischen und den Vögeln, die in ganzen Kolonien in den Felsspalten nisten, allein. So kristallklar und sauber wie das Wasser ist auch der Nachthimmel. Frei von jeder Lichtverschmutzung. Lange nicht mehr habe ich die Mondsichel so klar zwischen Venus und Jupiter treten sehen wie hier.
„Und wie komme ich dahin?“, will der Freund wissen.
Ich sage, „Ganz einfach“, obwohl ich weiß, dass das die abenteuerlichste Anreise sein wird, die er jemals unternommen hat.
„Du fährst zum Frankfurter Flughafen und besteigst den Flieger nach Malta. Dort angekommen nimmst Du ein BOLT-Taxi in den Hafen und buchst eine Fähre nach Gozo. Die gehen alle halbe Stunde mit Highspeed und bringen Dich in vierzig Minuten ans Ziel. Dann nimmst Du wieder ein BOLT an den westlichen Zipfel der Insel. Dort ist eine kleine Lagune, wie ein natürlicher Pool. Sie ist durch eine Felsspalte, kaum breiter als ein kleines Gummiboot, mit dem Meer verbunden. Ich werde Dich dort an dem kleinen Steg abholen. Wir fahren durch den Felsspalt hindurch aufs Meer, danach eine Meile nach Süden und an einem großen Felsen vorbei, der wie ein Pilz aussieht. Dahinter liegt die Dream Chaser.“
Ich weiß nicht warum, aber er ist dann doch nicht gekommen.