Er glitzert im hellen Licht, zuckt und windet sich auf der Auslage im kalten Eis, als wäre besonders viel Leben in ihm. Aber er schaut schon aus verzweifelten Augen. Wenn er nicht bald wieder ins Wasser kommt, ist es aus mit ihm.
So komme ich mir langsam vor, seit Monaten an Land, mit Rasen, Unkraut und Grünspan beschäftigt, Briefen, Mails und Formularen. Ich zucke schon in der Nacht, träume von wellenumschäumten Meerjungfrauen. Sie rufen: komm, komm. Aber wie soll das gehen, ohne mein Schiff, die treue Traumjägerin. Sie ist es ja, die wie eine Sprotte an Land liegt. Ich leide nur mit.
Bald muss sie fertig werden. Dicht der Rumpf und glatt poliert, damit sie leicht durchs Wasser gleitet. Windgebläht die Segel. Und wenn wir endlich diesen Winter hinter uns lassen und aus dem Hafen, diesem unglückseligen Hafen, heraus sind, drehen wir ab nach Süden.
Last Updated on 4. May 2026 by KMF
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